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Der Balaton erzählt von 11.000 Jahren Dürren 🌊
Der niedrige Wasserstand des Balaton im Jahr 2026 hat erneut die Verletzlichkeit des Sees und der Wasservorräte der umliegenden Siedlungen deutlich gemacht. ELTE-Forscher haben nun mithilfe des im Seesediment erhaltenen „Klimaarchivs“ enthüllt, welche extrem trockenen Perioden in den letzten 11.000 Jahren im Karpatenbecken stattfanden.
Im Einzugsgebiet des Balaton bildete sich zwischen 2021 und April 2026 ein kumulierter Niederschlagsdefizit von knapp 500 Millimetern, während die winterliche Wiederauffüllung 2025–2026 um 26 Prozent unter dem Durchschnitt lag. Dieses Defizit betrifft direkt die Ufergemeinden: An den Stränden von Siófok, Keszthely und Balatonfüred ist bereits im Frühjahr mit niedrigeren Wasserständen zu rechnen, was sich auf die Schifffahrt, die Angelfischerei und den Bädertourismus gleichermaßen auswirkt.
Den Forschern zufolge lenken anhaltende Hochdruckgebiete und Höhenrücken die niederschlagsbringenden Fronten ab, während wärmere Luft und Wind die Verdunstung verstärken. Die globale Erwärmung verstärkt diesen Prozess, da bei höherer Temperaturbasis der Verdunstungsbedarf steigt. Der austrocknende Boden erwärmt die Luft weiter und kann auch das Mikroklima des Balaton-Beckens verändern.
Die Erkenntnisse aus den 11.000 Jahre alten Sedimentproben zeigen, dass der See bereits früher schwere Dürren erlebt hat, die aktuellen Veränderungen jedoch schneller und intensiver sind. Für Einheimische und Urlauber bedeutet dies, dass langfristig auf Wasserstandsschwankungen vorbereitet werden muss – nachhaltige Wasserwirtschaft und bewusster Tourismus sind heute für die Zukunft des Balaton unerlässlich. 🌊
Quelle: hvg.hu