Würden sie Balatons letztes Tor bebauen? Forscher wenden sich ans Verfassungsgericht ⚖️
Die Bebauung am Balaton-Ufer schreitet immer schneller voran, und nun ist auch ein besonders sensibler Abschnitt bei Fonyód gefährdet. Wegen des geplanten Baus eines vierstöckigen Wohnhauses haben Forscher des Limnologischen Forschungsinstituts scharf Stellung bezogen: Der See ist bereits an der Grenze seiner Belastbarkeit, daher ist jede neue Uferinvestition aus ökologischer Sicht unverantwortlich.
Die Fachleute haben sich ans Verfassungsgericht gewandt, da sie der Ansicht sind, dass die aktuellen Entscheidungen den ökologischen Zustand des Balaton für Jahrzehnte bestimmen könnten. Das Verschwinden natürlicher Lebensräume bedroht direkt die Wasserqualität und die biologische Vielfalt und schwächt das gesamte Ökosystem des Sees. Die Forscher betonen: Schon die Erhaltung des bestehenden Naturzustands reicht nicht aus, auch die Wiederherstellung früherer, naturnaher Zustände sei dringend notwendig.
„Der Uferstreifen ist kein passiver Hintergrund oder beliebig veränderbarer Immobilienstreifen, sondern das lebenswichtige System, das den Balaton erhält“ – so die Forscher. Für die Bewohner von Fonyód und den umliegenden Ortschaften sowie für Balaton-Besucher bedeutet diese Bebauung, dass immer weniger unberührte Uferabschnitte bleiben, die der Selbstreinigung des Sees und dem Überleben der lokalen Tierwelt dienen.
Die Lage ist dringend: Für die langfristige Nachhaltigkeit des Balaton ist es entscheidend, dass Uferentwicklungen die natürlichen Tore nicht verbauen, sondern bestehende Werte schützen. ⚠️
Quelle: 444.hu